"Virtual spaces are momentary fictions that yield lasting inferences." (Brandt & Brandt)
Die Frage ist dann, wie viel von unserer Kognition is eigentlich echt?
Montag, Juli 12, 2004
"Any feature of the situation or the world at large can potentially become relevant to cognition." (Brandt & Brandt)
Less elaborately: The sky is your limit!
Less elaborately: The sky is your limit!
Über Gesine Schwan:
"Schwan neigt eher zu amerikanischem Why not?-Denken als zu deutschem Gejammer."
mehr in der Zeit.
"Schwan neigt eher zu amerikanischem Why not?-Denken als zu deutschem Gejammer."
mehr in der Zeit.
Dienstag, Juli 06, 2004
Ein Monat Abwesenheit. Und dazu die Überlegung, wozu soll der Blogg noch gut sein? Und schon gar einer über die deutsche Sprache.
Die Ausrede: Sommerpause, andere Impressionen. Und so sollen hier Gedanken, Zitate, Äusserung her, Zeugen der täglichen Entdeckungen und Misserfolge, Berichte, die diese Sommertage unterscheiden.
Auch wenn sie die deutsche Sprache nicht direkt reflektieren.
Ich bleibe.
Die Ausrede: Sommerpause, andere Impressionen. Und so sollen hier Gedanken, Zitate, Äusserung her, Zeugen der täglichen Entdeckungen und Misserfolge, Berichte, die diese Sommertage unterscheiden.
Auch wenn sie die deutsche Sprache nicht direkt reflektieren.
Ich bleibe.
Freitag, Juni 04, 2004
Gehört...
A má literatura afecta-nos existencialmente.
A metonímia coloca em risco a continuidade da espécie humana.
O último estádio da ética é a estética. Veja-se a eutanásia.
Pensemos nas consequências socias de uma hipotética perda de classes fechadas como o genitivo ou o plural. Não se distinguiria, por exemplo, a monogamia da poligamia.
La semantique des classes fermées (stables) et des classes ouvertes. Dans la morphologie, les classes ouvertes sont les noms, les verbes, les adjéctifs. Les classes fermées sont les prépositions, les temps verbaux, la modalisation...
À la scale humaine, une classe fermée c'est le schèma éthique. La classe ouverte correspondante est constituée par les différents principes moraux qui changent selon la communauté.
d'aprés Per Aage Brandt, Porto, 4.6.2004
A má literatura afecta-nos existencialmente.
A metonímia coloca em risco a continuidade da espécie humana.
O último estádio da ética é a estética. Veja-se a eutanásia.
Pensemos nas consequências socias de uma hipotética perda de classes fechadas como o genitivo ou o plural. Não se distinguiria, por exemplo, a monogamia da poligamia.
La semantique des classes fermées (stables) et des classes ouvertes. Dans la morphologie, les classes ouvertes sont les noms, les verbes, les adjéctifs. Les classes fermées sont les prépositions, les temps verbaux, la modalisation...
À la scale humaine, une classe fermée c'est le schèma éthique. La classe ouverte correspondante est constituée par les différents principes moraux qui changent selon la communauté.
d'aprés Per Aage Brandt, Porto, 4.6.2004
Mittwoch, Juni 02, 2004
geweckt geschimpft geduscht gemailt
gelesen gefragt gewundert gedacht
gegessen gegangen gesprochen gefreut
gesucht gefunden gesprochen gezweifelt
gefahren gewartet geärgert gezahlt (gebremst!)
gekommen gesprochen getröstet gefreut
geschrieben gelesen gestrichen
gekocht gesessen gegessen
gelesen gedacht geschrieben
geschafft?
gewünscht.
gelesen gefragt gewundert gedacht
gegessen gegangen gesprochen gefreut
gesucht gefunden gesprochen gezweifelt
gefahren gewartet geärgert gezahlt (gebremst!)
gekommen gesprochen getröstet gefreut
geschrieben gelesen gestrichen
gekocht gesessen gegessen
gelesen gedacht geschrieben
geschafft?
gewünscht.
Donnerstag, Mai 27, 2004
Unter den Koglingers (kognitiven Linguisten) sind diese Denkfiguren als Bild-Schemata bekannt. Sie sind oft dual, wie in VORNE-HINTEN oder OBEN-UNTEN, oder auch nicht, wie im Fall von BEHÄLTER oder WEG (PATH). Diese Schemata basieren auf der physischen Erfahrung des Körpers im Raum und stecken hinter alltäglichen metaphorischen Ausdrücken:
tiefen Schmerz empfinden (UNTEN-negativ)
vor Freude an die Decke springen (OBEN-positiv)
ausser sich sein; jetzt ist das Mass aber voll! (BEHÄLTER)
hinter den Erwartungen zurück bleiben (HINTEN)
ich komme mit meiner Arbeit voran (VORNE)
tiefen Schmerz empfinden (UNTEN-negativ)
vor Freude an die Decke springen (OBEN-positiv)
ausser sich sein; jetzt ist das Mass aber voll! (BEHÄLTER)
hinter den Erwartungen zurück bleiben (HINTEN)
ich komme mit meiner Arbeit voran (VORNE)
Sonntag, Mai 23, 2004
Ursprünglich stand das Wort "workshop" für einen Laden, wo handwerkliche Arbeit durchgeführt wurde, im Gegensatz zu anderen Läden, wo Produkte gehandelt aber nicht produziert wurden. Also, im Grunde nichts anderes als eine Werkstatt.
Bis man das Wort um eine Bedeutung erweiterte (eine semantische Extension, wie dies die Experten nennen). Im Englischen wie im Deutschen bedeutet workshop (bzw. Werstatt) heute auch eine Fortbildungsveranstaltung, bei der das Experimentieren erlaubt und eingeplant ist. Im Grunde wird auch bei dieser neuen Ladensorte etwas produziert (im Gegensatz zum Wissenshandel, der in manch Seminaren praktiziert wird).
Nur das Englische ist da um was perverser. Und so wird aus "a shop to work in" eine Gelegenheit bei der "some work, some shop".
Der Viseu-Handel bedankt sich...
Bis man das Wort um eine Bedeutung erweiterte (eine semantische Extension, wie dies die Experten nennen). Im Englischen wie im Deutschen bedeutet workshop (bzw. Werstatt) heute auch eine Fortbildungsveranstaltung, bei der das Experimentieren erlaubt und eingeplant ist. Im Grunde wird auch bei dieser neuen Ladensorte etwas produziert (im Gegensatz zum Wissenshandel, der in manch Seminaren praktiziert wird).
Nur das Englische ist da um was perverser. Und so wird aus "a shop to work in" eine Gelegenheit bei der "some work, some shop".
Der Viseu-Handel bedankt sich...
Samstag, Mai 22, 2004
Manche Begegnugen helfen uns nicht so in den erwünschten Fortschritt, wie sie den schon erreichteten Standpunkt erkennen lassen.
Fortschritt (von 'fort', weg von, nach einem anderen Ort; 'schreiten', mit langsamen Schriten gehen) und Standpunkt erinnern an die menschliche Bewegung im Raum, im Sinne von 'sich in eine Richtung zu einem Ziel hin bewegen'. Also könnte man sagen, dass das menschliche Leben als eine Reise verstanden wird: Von einem Standpunkt oder erreichtem Ziel schreitet man in Richtung des nächsten. And that's what keeps you going.
Fortschritt (von 'fort', weg von, nach einem anderen Ort; 'schreiten', mit langsamen Schriten gehen) und Standpunkt erinnern an die menschliche Bewegung im Raum, im Sinne von 'sich in eine Richtung zu einem Ziel hin bewegen'. Also könnte man sagen, dass das menschliche Leben als eine Reise verstanden wird: Von einem Standpunkt oder erreichtem Ziel schreitet man in Richtung des nächsten. And that's what keeps you going.
Samstag, Mai 15, 2004
Als Kommentar ist "no comment" nicht immer angebracht. Zum Glück gibt's ja den Blog. Und weil er der Sprache gewidmet ist, versehe ich die obige Negation mit folgendem Zitat:
bilden Vb. 'formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein', übertragen 'erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln'.
Die gestaltlose Masse ist vorhanden. Die "opinion makers" leider auch...
Bildhauer, an die Arbeit!
bilden Vb. 'formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein', übertragen 'erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln'.
Die gestaltlose Masse ist vorhanden. Die "opinion makers" leider auch...
Bildhauer, an die Arbeit!
Gammatikalisierung: ein Prozess des Sprachwandels, bei dem ein Wort die ursprüngliche Bedeutung verliert und eine grammatische Funktion erwirbt.
"weil" z.B. weist heute auf den Grund hin (unabhängig vom Kontext), ist also heute eine kausale Konjunktion, die ursprünglich in der Fügung 'so lange wie' (ahd. thiu wila so) mit einer eindeutigen temporalen Bedetung stand.
Nur der Übergang von der "vollen" Bedeutung zur abstrakten grammatikalischen Funktion wird oft nur mangelhaft geklärt. Wobei dies eben das Interessanteste an der Sprache ist.
Und dann steckt der Teufel im Detail...
Immerhin, zu "weil" lässt sich was finden (dtv Etymologisches Wörterbuch des Deutschen):
"Im Dt. entwickelt sich durch Wegfall des satzanknüpfenden so die Konjunktion mhd. die wile 'solange, während', nhd. (all)dieweil und einfaches weil (seit 15. Jh.). Der vorerst weiter geläufige temporale Gebrauch tritt im 18. Jh. zurück. Heute herrschender kausaler Gebrauch kommt ebenfalls im Mhd. (14. Jh., erste Belege bei Tauler) auf in Sätzen, in denen die temporale Konjunktion zugleich begründende Funktion annimmt."
Also, eine kausale (abstrakte, überall anwendbare) Funktion von 'weil' setzte sich über die urspüngliche temporale Bedeutung des Wortes durch.
Und 'weil' bleibt auch heute im Wandel. Diesmal eher auf der Satzebene (Syntax) als was Bedeutung angeht. Allmählich setzt sich im Sprachgebrauch folgende Anwendung durch: Ich höre jetzt auf, weil diese Nachricht wird sonst zu lang!
"weil" z.B. weist heute auf den Grund hin (unabhängig vom Kontext), ist also heute eine kausale Konjunktion, die ursprünglich in der Fügung 'so lange wie' (ahd. thiu wila so) mit einer eindeutigen temporalen Bedetung stand.
Nur der Übergang von der "vollen" Bedeutung zur abstrakten grammatikalischen Funktion wird oft nur mangelhaft geklärt. Wobei dies eben das Interessanteste an der Sprache ist.
Und dann steckt der Teufel im Detail...
Immerhin, zu "weil" lässt sich was finden (dtv Etymologisches Wörterbuch des Deutschen):
"Im Dt. entwickelt sich durch Wegfall des satzanknüpfenden so die Konjunktion mhd. die wile 'solange, während', nhd. (all)dieweil und einfaches weil (seit 15. Jh.). Der vorerst weiter geläufige temporale Gebrauch tritt im 18. Jh. zurück. Heute herrschender kausaler Gebrauch kommt ebenfalls im Mhd. (14. Jh., erste Belege bei Tauler) auf in Sätzen, in denen die temporale Konjunktion zugleich begründende Funktion annimmt."
Also, eine kausale (abstrakte, überall anwendbare) Funktion von 'weil' setzte sich über die urspüngliche temporale Bedeutung des Wortes durch.
Und 'weil' bleibt auch heute im Wandel. Diesmal eher auf der Satzebene (Syntax) als was Bedeutung angeht. Allmählich setzt sich im Sprachgebrauch folgende Anwendung durch: Ich höre jetzt auf, weil diese Nachricht wird sonst zu lang!
Dienstag, Mai 11, 2004
Warum ist der Satz "Der Stift ist unter dem Tisch" wahrscheinlicher, natürlicher als "Der Tisch steht über den Stift"? Alles eine Frage der Wahrnehmung. Im Grunde, nichts anders als das Figure-Ground-Verhältnis von visuellen oder akustischen Wahrnehmungen. Wie das berühmte Vasenbild. Oder der Anfang der Monscheinsonate.
Montag, Mai 10, 2004
Wearable recycling
Früher landeten Plastikflaschen im Müll. Nun werden sie nach China exportiert- und kehren als Pullover zurück. Eine Folge des Dosenpfands
Schick, was?
Früher landeten Plastikflaschen im Müll. Nun werden sie nach China exportiert- und kehren als Pullover zurück. Eine Folge des Dosenpfands
Schick, was?
Sonntag, Mai 09, 2004
Sonntag
'dies solis' (lat.) Tag der Sonne (Zuordnung zu Leit- Sternen von Babyloniern, von Römern übernommen (nicht / kaum von Griechen))
german. Nachbildungen: 'sundag' (norw.); 'sunnutaj' (fin); sunnûn dag (ahd.); Sunday (engl.) 4.Jh. 'dies dominicus' - Tag des Herrn; 'dimanche' (frz.) 'domingo' (span.)
Von der Sonne keine Spur... Aber was alles sonst auffindbar ist auf der Suche nach der Etymologie! Vom "Lexikon der christlichen Moral" über "Ponline" bis hin zum "Asterix-Lexicon".
Und nun ab ans Meer.
'dies solis' (lat.) Tag der Sonne (Zuordnung zu Leit- Sternen von Babyloniern, von Römern übernommen (nicht / kaum von Griechen))
german. Nachbildungen: 'sundag' (norw.); 'sunnutaj' (fin); sunnûn dag (ahd.); Sunday (engl.) 4.Jh. 'dies dominicus' - Tag des Herrn; 'dimanche' (frz.) 'domingo' (span.)
Von der Sonne keine Spur... Aber was alles sonst auffindbar ist auf der Suche nach der Etymologie! Vom "Lexikon der christlichen Moral" über "Ponline" bis hin zum "Asterix-Lexicon".
Und nun ab ans Meer.
Freitag, Mai 07, 2004
Die Deutschen sind gross, blond, nicht sympathisch, fleissig, pünktlich, leidenschaftliche Biertrinker und Wurstverzehrer und spielen guten Fussball. (Zu letzterem Punkt schweige ich lieber.)
So beantworteten Schüler auf die kurze Umfrage der Referendarin. 90 Minuten Unterricht vergingen. Die Meinung blieb.
Ratlos die Beraterin, wage ich nur zu sagen: An die Arbeit!
Denn wie sonst kommt man von Verallgemeinerungen, Stereotypen, Klischees weg, wenn nicht durch Wissen?
So beantworteten Schüler auf die kurze Umfrage der Referendarin. 90 Minuten Unterricht vergingen. Die Meinung blieb.
Ratlos die Beraterin, wage ich nur zu sagen: An die Arbeit!
Denn wie sonst kommt man von Verallgemeinerungen, Stereotypen, Klischees weg, wenn nicht durch Wissen?
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